Sonntag, 29. Januar 2012

Unser Boris, der haut sie alle um...



Den Typen hier mit den wirren blonden Haaren habe ich kürzlich in meiner Mittagspause mitten in der High Street getroffen. Das ist Boris. Der Bürgermeister von London. Und was soll ich sagen, der Kerl ist klasse. Er sieht immer aus, als wäre er gerade erst aufgestanden. Seine Gedankengänge finde ich ziemlich nachvollziehbar, und irgendwie normalbürgerlich. Und dadurch, dass er generell immer das sagt, was er gerade denkt, tritt er ständig wieder in irgendwelche politischen Fettnäpfchen.

Bei den Londonern ist er aber trotzdem beliebt. Wie er auf seinem Fahrrädchen durch die Straßen düst, und sogar mal das eine oder andere Leben rettet. Wie er sich vor laufender Kamera aus seinem eigenen Haus ausschließt. Wie er bei einer Folge der englischen "Lindenstraße" auftaucht. Geniale Wahlstrategie oder einfach hoffnungslos abgedreht?

Ich und Politik, das sind ja eigentlich zwei Dinge, die nicht zusammenpassen. Schwarz-gelb, rot-grün, blau-weiß, grünrosagestreift, für mich ergibt das alles nur trübe Suppe. Ist doch wurscht, wer der Anführer ist. Die Steuern senkt ja sowieso keiner mehr. Und wer will eigentlich die Milliardenlöcher stopfen? Und wann? Finanzkrise? Globale Erwärmung? Stuttgart 21? Warum senden wir Soldaten ins Ausland zum Krieg machen? Wäre überhaupt Krieg, wenn niemand mitmachen würde? Warum verdient ein Fußballspieler 50.000 Euro am Tag und ein Krankenpfleger nur etwa 10.000 im Jahr?

Ich verstehe es nicht. Mir fehlt die Lust dazu, es zu verstehen. Ich habe auch ehrlich gesagt keine Zeit dazu, es zu verstehen. Ich bin zu beschäftigt mein Leben zu genießen. So. Nehmt das, ihr Politiker. Ich habe mich entpolitikt. Ihr seid mir egal. Die Steuern sind mir egal. Denn das was zählt, das werdet ihr mir nicht wegnehmen. Meinen Spaß!

Aber weiter so, Boris.

Kommentare:

  1. Sodele, das war dann wohl der letzte Post, den ich von diesem wunderbaren Blog lese. Innerhalb weniger Tage habe ich das komplette Ding vom ersten bis zum letzten Post durchgewälzt und ich muss sagen: Ich bin begeistert! Es hat mich von anfang an gefesselt, ich musste viel lachen, schmunzeln, ein/zweimal fast weinen und immer wieder sehnsüchtig seufzen. Ein weiterer, stetiger Begleiter während des Schmöckerns war wohl auch der Neid, denn ich habe wirklich das Gefühl, du lebst genau das Leben von dem ich seit einigen Jahren träume. Zunächste einmal wäre da, dass du dich einfach traust als Aupair nach England abzuhauen, dann ausgerechnet in meine Lieblingsstadt! Ich bin wirklich vernarrt in GB, London und die Briten im generellen, bin regelrecht anglophil! Dann kommst du auch noch in eine wunderbare Hostfamily, findest direkt einen Stammpub und sogleich neue "Freunde" , das pure Glück! Später sogar einen festen Freund, einen Job, eine Wahnsinns-Wohnung! An einer Stelle hast du eine Depression in DE erwähnt, die scheinst du auch überwunden zu haben.
    Und dann auch noch dieser wunderbare Schreibstil, dieser Humor! Ja, ich muss wirklich sagen ich bin richtig richtig neidisch! Schon seit ich mit 13 das erste Mal Song 2 gehört und gesehen habe, seit ich Blur höre und somit meine Britpop-Fanatik ins Rollen brachte, träume ich davon irgendwann in dieses Wahnsinnsland abzuhauen. Jetzt bin ich 16 und werde vorraussichtlich mit 18 mein Abi in der Tasche haben. Danach wollte ich studieren..Anglistik, Germanistik, Journalismus oder vielleicht auch Kunst.. mal sehen. Aber seit ich diesen Blog entdeckt habe, keimt in mir wieder dieser starke Wunsch auf. Ein Aupairjahr machen, direkt nacht dem Abi... Das kann nur Gutes mit sich bringen.
    Ich hoffe nur, dass ich bis dahin endlich den Mut fassen kann, die Diziplin aufbringen kann und endlich meinen dicken Hintern hochkriege!
    In der Hoffnung, dass du viele weitere inspirierende Berichte ablieferst,

    M.

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    1. Liebe M.

      Ich freue mich so sehr über deinen Kommentar. Vielen Dank! Und Respekt, dass du den ganzen Blog durchgelesen hast. Das ist ja mittlerweile wirklich eine Menge.
      „Den Hintern hochkriegen“ Das ist es. Das ist der Grund, warum ich immer wieder gescheitert bin, als ich so dringend eine Veränderung wollte. Veränderungen bedeuten Stress, den das menschliche Abwehrsystem gerne vermeidet. Veränderungen können riskant sein. Veränderungen verunsichern. Aber am Ende kann doch etwas Gutes herauskommen und alles sogar besser werden, als es davor war.
      Mit 16 hatte ich noch überhaupt keine Ahnung was ich mit meinem Leben anstellen sollte. Nicht einmal mit 18, und auch nicht mit 20. Ich hatte eine Ausbildung in der Tasche, arbeitete, und dümpelte schließlich so vor mich hin, bis ich mit fast 24 einfach auf gut Glück nach England aufbrach.
      Tu es, kann ich dir nur zujubeln. Lass deine Träume und Wünsche wahr werden! Sei fest entschlossen und mutig. Kalkuliere Rückschläge und Tränen ein - die wird es auf jeden Fall geben - aber sie werden dich stärker machen.
      Viel Glück, bei allem was du vor hast! Lass mich wissen, wenn ich mit irgendwelchen Informationen zwecks Aupair-werden und Aupair-sein helfen kann.

      Liebe Grüße
      Sarah

      PS: Yay, Blur!

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