Dienstag, 27. Oktober 2015

Schwanger? Wen juckt's...

Natürlich habe ich keinen richtigen Vergleich, wie diese Sache in Deutschland so vor sich geht. Einige Sachen weiß ich von meiner Schwester, die vor etwas über einem Jahr ihren kleinen Prachtskerl zur Welt gebracht hat. Ansonsten bin ich sehr uninformiert über alles, das Sargnägel im vorgeburtlichen Alter angeht.

Jedoch das erste, das mir in England auffiel war das ärztliche Desinteresse, als der Zuhause-aufs-Stäbchen-Pinkel-Test das dicke, fette Plus für Positiv anzeigte, da war mein Pinkelstrom noch nicht einmal versiegt, so schnell ging das. Ohnmachtsanfall, Tanzanfall, panisch um den Couchtisch renn Anfall. Was nun?

Anruf in der Artztpraxis, Termin für irgendwann in drei, vier Wochen vereinbart. Früher ging nicht. Das gab mir Zeit noch auf mehrere Stäbchen verschiedener Fabrikate zu pinkeln, die alle das selbe Endergebnis vorzeigten. Ja, Pinkeln war und ist sowieso noch ein großes Thema.

Schließlich, der Termin. Ich rechnete mit Bluttest, Urintest, irgendetwas das nachweisen würde, dass die unscheinbaren Plastikstäbchen die Wahrheit prophezeit hatten. Doch dem sollte nicht so sein. Gähnend fragte die Ärztin in welcher Woche ich mich den befinden würde. Äh... ok. Waghalserische Rechnerei, wahrscheinlich 7 oder 8. Ok, gähnte die Ärztin wieder. Sie würden mir einen Brief schicken mit Ultraschalltermin. Das wars.

Nach Hause geschickt mit weiteren fünf Wochen Ungewissheit. War ich echt? Echt jetzt?
Morgenübelkeit begegnete mir keine. Allein der Hunger, der mich alle zwei Stunden befiel wies darauf hin, dass etwas nicht ganz normal war. Auch die Müdigkeit, die Unfähigkeit nur zehn Treppenstufen zu steigen ohne schwer atmend einen Mittagschlaf herbeizusehnen. Mittagschlaf, also wirklich. Trotzdem fehlte mir der hieb- und stichfeste Beweis.

In der Zwischenzeit flatterte ein Brief ins Haus - Termin bei der Hebamme. Schön ins nachbarörtliche Krankenhaus getuckert und in einen Wartesaal gesteckt worden. Tausend Fragen zu krankheitlichen und familiären Vorgeschichte beantwortet. Endlich auch Blut und Urin abgenommen, aber immernoch kein professioneller Test. Bis hierhin hatte allein mein Wort gereicht.

Der erste Pinkelstab war Mitte Juli. Anfang September dann endlich ein Ultraschalltermin. 12 Wochen war ich mittlerweile. Und bis zu dem Moment, als ein zappelnder menschlicher Umriss auf dem Bildschirm zu erkennen war, konnte ich mir nicht vorstellen, dass da tatsächlich ein echtes Lebewesen in meinem Unterbauch herumschwimmen sollte. Aber da war er: Der Sargnagel.

Und nun, in der 20. Woche wird mein Bauch dicker, meine Hüften breiter, mein Hunger wieder kleiner, die nächtlichen Pinkelpausen öfter, und die ganze Sache immer echter. Wir kriegen ein Kind. Zu Hülf!!! Wie geht das? Ich glaube, das werde ich jetzt doch langsam einmal herausfinden müssen.

Kommentare:

  1. WAAAAAHHHHHH!!!!
    Das "Aupair" ist schwanger!!!!!
    Hier so: Ohnmachtsanfall, Tanzanfall, freudig um den Schreibtisch renn Anfall :-))))
    Also ICH freu mich!
    Großartige Neuigkeiten!

    Und was das Desinterese deiner "Fachleute" betrifft:
    Mein Arzt hat auch keine Luftsprünge gemacht :-), für ihn ist sowas ja täglich Brot, aber spätestens beim ersten Hebammenkontakt wurde mir echtes Interesse und auch Freude entgegengebracht. Einen Bluttest hat der Arzt ziemlich zu Anfang gemacht. 5. Woche oder so...
    Dass Du erst in der 12. Wo quasi offiziell erfährst, dass du schwanger bist - da fehlen mir die Worte.

    Egal, alles Gute für dich /euch!!

    AntwortenLöschen
  2. Ja, das läuft hier alles etwas anders. Während man in Deutschland andauernd Ultraschalls zu kriegen scheint gibt es hier nur zwei - einen in der 12. Und einen in der 20. Woche. Vielleicht noch einen extra falls es Grund dafür geben sollte. Seufz.

    Aber das Endprodukt dürfen wir ja dann nächstes Jahr dauerbesichtigen. Freu!

    AntwortenLöschen
  3. Ja, das läuft hier alles etwas anders. Während man in Deutschland andauernd Ultraschalls zu kriegen scheint gibt es hier nur zwei - einen in der 12. Und einen in der 20. Woche. Vielleicht noch einen extra falls es Grund dafür geben sollte. Seufz.

    Aber das Endprodukt dürfen wir ja dann nächstes Jahr dauerbesichtigen. Freu!

    AntwortenLöschen
  4. Ja, das läuft hier alles etwas anders. Während man in Deutschland andauernd Ultraschalls zu kriegen scheint gibt es hier nur zwei - einen in der 12. Und einen in der 20. Woche. Vielleicht noch einen extra falls es Grund dafür geben sollte. Seufz.

    Aber das Endprodukt dürfen wir ja dann nächstes Jahr dauerbesichtigen. Freu!

    AntwortenLöschen
  5. UIUIUI,da hast du ja schon fast die hälfte geschafft,was heißt fast,ist ja schon Bergfest.Viel Freude noch.
    Und ich hab hier immer noch auf weitere Nachrichten von euerm Häuslekauf gewartet.Im Sommerurlaub,der ja leider kein rechter Sommer war,in und um London drum rum musste ich oft an deine Erlebnisse denken.Nicht nur die ärztliche Begleitung ist anders als hier in Deutschland, auch die Verlegung von Stromkabeln an Häusern wäre hier unvorstellbar.
    Was macht denn nun euer Nestbau?

    AntwortenLöschen