Der Gawjus bloggt jetzt auch.
Natürlich geht es - um was auch sonst - um das Angeln. Aber ich finde, er schreibt ziemlich gut. Wenn er so weitermacht, kann er sich bestimmt einen kleinen Leserkreis aus Leuten aufbauen, die sich für Angeln in UK interessieren. Ich finde es sehr süß, wie sehr er sich über jeden Klick auf seinen Blog freut, deswegen mach ich hier mal ganz unverschämt Werbung.
Wer mal gucken möchte findet ihn hier, oder unter www.ukangler.blogspot.co.uk
Samstag, 14. April 2012
Sonntag, 18. März 2012
London Cheesecake
Achtung Owyanna, dieser Post enthält Abbildungen von ESSEN
Für Backnieten wie mich ganz besonders geeignet, da der Kuchen nicht in den Ofen, sondern in den Kühlschrank muss :-)
150g Kekse
75g Butter
250g Crème fraîche
25g Zucker
Vanille Extrakt oder Zitronensaft oder beides
Wahlweise: Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren...
Hier verwende ich 'Digestives' Kekse, aber in Deutschland kann man sicher auch irgendwelche Butterkekse verwenden.

Man steckt die Kekse in einen Gefrierbeutel und prügelt sie windelweich, bis nur noch Krümel übrig sind

Dann schmelzt man die Butter in einem Topf...

...und vermischt sie mit den Kekskrümeln

Die Konsistenz erinnert mich ganz grauenvoll an Haggis, aber jetzt nicht daran denken!!
Die Masse in eine flache Form, Schüssel, oder Ähnliches drücken. Meine Form hat einen Durchmesser von 22cm. Nur so zum Vergleich.

Das Ganze dann für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen

Crème fraîche mit Zucker und ein wenig Vanille und/oder Zitronensaft verrühren.

Creme-Masse auf den Keksboden geben...

...und noch ein paar Beeren dekorativ (oder auch nicht) darauf verteilen.

Und bis zum Verzehr einfach wieder zurück in den Kühlschrank packen. Hmmmm.
Für Backnieten wie mich ganz besonders geeignet, da der Kuchen nicht in den Ofen, sondern in den Kühlschrank muss :-)
150g Kekse
75g Butter
250g Crème fraîche
25g Zucker
Vanille Extrakt oder Zitronensaft oder beides
Wahlweise: Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren...
Hier verwende ich 'Digestives' Kekse, aber in Deutschland kann man sicher auch irgendwelche Butterkekse verwenden.

Man steckt die Kekse in einen Gefrierbeutel und prügelt sie windelweich, bis nur noch Krümel übrig sind

Dann schmelzt man die Butter in einem Topf...

...und vermischt sie mit den Kekskrümeln

Die Konsistenz erinnert mich ganz grauenvoll an Haggis, aber jetzt nicht daran denken!!
Die Masse in eine flache Form, Schüssel, oder Ähnliches drücken. Meine Form hat einen Durchmesser von 22cm. Nur so zum Vergleich.

Das Ganze dann für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen

Crème fraîche mit Zucker und ein wenig Vanille und/oder Zitronensaft verrühren.

Creme-Masse auf den Keksboden geben...

...und noch ein paar Beeren dekorativ (oder auch nicht) darauf verteilen.

Und bis zum Verzehr einfach wieder zurück in den Kühlschrank packen. Hmmmm.
Mittwoch, 14. März 2012
Post Mortem
Vor ein paar Monaten ist Nonna gestorben. Die Großmutter vom Gawjus. Sie war 90 Jahre alt und nicht mehr in der besten Verfassung, aber trotzdem kam es sehr überraschend und es war eine ziemlich traurige Zeit.
Ich wäre so gerne zur Beerdigung gegangen, aber ich konnte mir an dem Tag einfach nicht frei nehmen. Naja, wer geht schon 'gerne' zu Beerdigungen. Vor allem zu der von jemanden, den man sehr mochte. Aber mich hätte auch interessiert, wie das hier im Gegensatz zu Deutschland abläuft.
Den einen oder anderen Trauerzug habe ich hier schon gesehen. Der Leichenwagen ist für gewöhnlich ein schicker schwarzer Kombi dessen hintere Fenster verglast sind, so dass man den mit Blumen geschmückten Sarg sehen kann. Der Wagen fährt im Schritttempo dem Bestatter hinterher, der in Frack und Zylinder zu Fuß den Trauerzug anführt. Er wird irgendwann stehenbleiben und mit einer sehr respektvollen Geste den Zylinder von Kopf ziehen. Anschließend steigt er in den Leichenwagen und die Prozession fährt weiter zum Friedhof. Gefolgt wird der Kombi von zwei schwarzen Limousinen, in denen die engsten Verwandten sitzen.
In Nonnas Fall wurde eine Route gewählt, die an ihrem alten Wohnhaus vorbeiführte, und der Trauerzug blieb direkt davor stehen, damit der Bestatter dort die Ehre erweisen konnte. Eine schöne Geste, denn Nonna hing sehr an ihrem Haus. So war es, als könne sie noch einmal einen letzten Blick darauf werfen.
Sie wurde auf dem kleinen Friedhof beerdigt, der nur eine Laufminute von unserem Haus entfernt ist. So ist es selbstverständlich, dass wir manchmal beim Grab vorbeischauen, vertrocknete Blumen wegräumen, oder an Weihnachten und ihrem Geburtstag auch mal ein Glas Irish Cream mitnehmen, den sie immer so gerne getrunken hatte.
Englische Friedhöfe finde ich ziemlich faszinierend. Vor allem die alten, auf denen es hundert Jahre alte Gräber gibt. Teilweise schon fast im Boden versunken und zugewachsen. Nonna's Friedhof ist so ein kleines Schmuckstück. Nur noch selten wird dort jemand beerdigt. Nonna hatte das Glück, dass sie die Grabstelle schon vor dreißig Jahren 'gebucht' hatte, als ihr Mann starb.
Viele Gräber sind ungepflegt bis gar nicht mehr richtig vorhanden. Sie machen einem die Vergänglichkeit erst so richtig bewusst.
Hier ein paar Eindrücke:







Auf den Grabinschriften steht auch immer das Alter des Verstorbenen, zusammen mit einem Gebet, Reim oder persönlicher Inschrift.

Moderne Gräber zwischen den alten Steinen sehen fast schon fehl am Platz aus.

Es gibt nur einen Hauptweg auf dem Friedhof. Um die Gräber zu erreichen, läuft man quer über das Gras. Und das Gefühl, gerade über Verstorbenen zu gehen, lässt einen die Füße nur ganz vorsichtig und fast schon lautlos aufsetzen.




Aha, da hat wohl doch mal eine Behörde eingegriffen und den Stein als Umsturzgefährdet eingestuft.

Und dann habe ich vor dem Friedhofstor noch das hier gesehen:


Schöne Idee. Der letzte Wagen muss nicht immer ein schwarzer Kombi sein.
Ich wäre so gerne zur Beerdigung gegangen, aber ich konnte mir an dem Tag einfach nicht frei nehmen. Naja, wer geht schon 'gerne' zu Beerdigungen. Vor allem zu der von jemanden, den man sehr mochte. Aber mich hätte auch interessiert, wie das hier im Gegensatz zu Deutschland abläuft.
Den einen oder anderen Trauerzug habe ich hier schon gesehen. Der Leichenwagen ist für gewöhnlich ein schicker schwarzer Kombi dessen hintere Fenster verglast sind, so dass man den mit Blumen geschmückten Sarg sehen kann. Der Wagen fährt im Schritttempo dem Bestatter hinterher, der in Frack und Zylinder zu Fuß den Trauerzug anführt. Er wird irgendwann stehenbleiben und mit einer sehr respektvollen Geste den Zylinder von Kopf ziehen. Anschließend steigt er in den Leichenwagen und die Prozession fährt weiter zum Friedhof. Gefolgt wird der Kombi von zwei schwarzen Limousinen, in denen die engsten Verwandten sitzen.
In Nonnas Fall wurde eine Route gewählt, die an ihrem alten Wohnhaus vorbeiführte, und der Trauerzug blieb direkt davor stehen, damit der Bestatter dort die Ehre erweisen konnte. Eine schöne Geste, denn Nonna hing sehr an ihrem Haus. So war es, als könne sie noch einmal einen letzten Blick darauf werfen.
Sie wurde auf dem kleinen Friedhof beerdigt, der nur eine Laufminute von unserem Haus entfernt ist. So ist es selbstverständlich, dass wir manchmal beim Grab vorbeischauen, vertrocknete Blumen wegräumen, oder an Weihnachten und ihrem Geburtstag auch mal ein Glas Irish Cream mitnehmen, den sie immer so gerne getrunken hatte.
Englische Friedhöfe finde ich ziemlich faszinierend. Vor allem die alten, auf denen es hundert Jahre alte Gräber gibt. Teilweise schon fast im Boden versunken und zugewachsen. Nonna's Friedhof ist so ein kleines Schmuckstück. Nur noch selten wird dort jemand beerdigt. Nonna hatte das Glück, dass sie die Grabstelle schon vor dreißig Jahren 'gebucht' hatte, als ihr Mann starb.
Viele Gräber sind ungepflegt bis gar nicht mehr richtig vorhanden. Sie machen einem die Vergänglichkeit erst so richtig bewusst.
Hier ein paar Eindrücke:







Auf den Grabinschriften steht auch immer das Alter des Verstorbenen, zusammen mit einem Gebet, Reim oder persönlicher Inschrift.

Moderne Gräber zwischen den alten Steinen sehen fast schon fehl am Platz aus.

Es gibt nur einen Hauptweg auf dem Friedhof. Um die Gräber zu erreichen, läuft man quer über das Gras. Und das Gefühl, gerade über Verstorbenen zu gehen, lässt einen die Füße nur ganz vorsichtig und fast schon lautlos aufsetzen.




Aha, da hat wohl doch mal eine Behörde eingegriffen und den Stein als Umsturzgefährdet eingestuft.

Und dann habe ich vor dem Friedhofstor noch das hier gesehen:


Schöne Idee. Der letzte Wagen muss nicht immer ein schwarzer Kombi sein.
Freitag, 9. März 2012
Buttje, Buttje in der See
2012 ist jetzt schon das Jahr des Fisches erklärt worden.
Seit Neujahr sind wir ganze neun Mal mit der Angel losgezogen, und haben insgesamt 89 Fische 8 verschiedener Arten an Land gezogen. Der Gawjus führt ein Logbuch.
So ungefährt drei Viertel aller Fische haben wir wieder in die Freiheit entlassen, und das andere Viertel landete auf dem Tisch. Essen als Selbstversorger. Ich bin hin und weg davon. Es gibt keinen besseren Geschmack, als der eines frischen Fisches, der auch noch selbst gefangen wurde. Gollum. Gollum.
Und gerade deswegen macht mir Angeln am Meer auch den größten Spaß. Fische aus Flüssen oder Seen darf man in England nicht behalten. Aber das Meer und sein Inhalt ist für alle da. Sowieso liebe ich das Meer, und nach einem Tag an der Seaside fühlen sich meine Lungen immer so herrlich durchgespült an. Vor allem wenn es windig war, ist die Haut in meinem Gesicht nach dem erfrischenden Salzpeeling immer geschmeidig wie ein Pizzateig.
Nur im Winter kann die englische Channelküste ganz schön stürmisch sein. Und kalt. Eine Snowboard-Hose war eine ziemlich gute Anschaffung für lange Stunden am Strand.

Ein Glück wird es langsam Frühling, und ich konnte letztes Mal schon einen Pullover und eine Jacke weglassen. In den tausend Schichten kann man sich nämlich kaum bewegen.
So, und das sind ein paar der Sorten, die wir aus dem Channel gefischt haben:
Whiting (Wittling)

Dab (eine Art Scholle)

Flounder(Flunder)

Rockling (keine deutsche Übersetzung gefunden)

Dogfish (ein Hai!!!!)

Hier noch eine Nahaufnahme bei Tageslicht. Die Augen finde ich wirklich gruselig, weil der Fisch scheint einen fast zu fixieren mit seinen beweglichen Augäpfeln. Seine Haut fühlt sich an wie Sandpapier.

Und so sieht er am Stück aus

Dogfisch und Rockling essen wir nicht. Aber aus Whiting, Dab und Flounder kann man sehr leckere Gerichte kochen.
Fischsuppe

Mit Knoblauch und Zitrone ausstopfen und in den Backofen packen

Panierte Filets im Ofen gebacken

In Mehl und Gewürzen gewälzte Filets in die Pfanne gehauen

Unfiletiert mit Tomatensoße

Nackte Filets mit indischem Curry

Flatfish-Burgers

Egal wie man die Fischies zubereitet, sie sind nahrhaft, preiswert, und ziemlich gesund...
...obwohl...
..ob es wohl etwas ausmacht, dass wir in Dungeness angeln gehen, wo direkt am Strand ein (seit 2006 abgeschaltetes) Kernkraftwerk steht?

Wie auch immer, bisher haben wir noch nichts Ungewöhnliches gesehen. Aber dafür jede Menge von diesen hier:

Hach.
Seit Neujahr sind wir ganze neun Mal mit der Angel losgezogen, und haben insgesamt 89 Fische 8 verschiedener Arten an Land gezogen. Der Gawjus führt ein Logbuch.
So ungefährt drei Viertel aller Fische haben wir wieder in die Freiheit entlassen, und das andere Viertel landete auf dem Tisch. Essen als Selbstversorger. Ich bin hin und weg davon. Es gibt keinen besseren Geschmack, als der eines frischen Fisches, der auch noch selbst gefangen wurde. Gollum. Gollum.
Und gerade deswegen macht mir Angeln am Meer auch den größten Spaß. Fische aus Flüssen oder Seen darf man in England nicht behalten. Aber das Meer und sein Inhalt ist für alle da. Sowieso liebe ich das Meer, und nach einem Tag an der Seaside fühlen sich meine Lungen immer so herrlich durchgespült an. Vor allem wenn es windig war, ist die Haut in meinem Gesicht nach dem erfrischenden Salzpeeling immer geschmeidig wie ein Pizzateig.
Nur im Winter kann die englische Channelküste ganz schön stürmisch sein. Und kalt. Eine Snowboard-Hose war eine ziemlich gute Anschaffung für lange Stunden am Strand.

Ein Glück wird es langsam Frühling, und ich konnte letztes Mal schon einen Pullover und eine Jacke weglassen. In den tausend Schichten kann man sich nämlich kaum bewegen.
So, und das sind ein paar der Sorten, die wir aus dem Channel gefischt haben:
Whiting (Wittling)

Dab (eine Art Scholle)

Flounder(Flunder)

Rockling (keine deutsche Übersetzung gefunden)

Dogfish (ein Hai!!!!)

Hier noch eine Nahaufnahme bei Tageslicht. Die Augen finde ich wirklich gruselig, weil der Fisch scheint einen fast zu fixieren mit seinen beweglichen Augäpfeln. Seine Haut fühlt sich an wie Sandpapier.

Und so sieht er am Stück aus

Dogfisch und Rockling essen wir nicht. Aber aus Whiting, Dab und Flounder kann man sehr leckere Gerichte kochen.
Fischsuppe

Mit Knoblauch und Zitrone ausstopfen und in den Backofen packen

Panierte Filets im Ofen gebacken

In Mehl und Gewürzen gewälzte Filets in die Pfanne gehauen

Unfiletiert mit Tomatensoße

Nackte Filets mit indischem Curry

Flatfish-Burgers

Egal wie man die Fischies zubereitet, sie sind nahrhaft, preiswert, und ziemlich gesund...
...obwohl...
..ob es wohl etwas ausmacht, dass wir in Dungeness angeln gehen, wo direkt am Strand ein (seit 2006 abgeschaltetes) Kernkraftwerk steht?

Wie auch immer, bisher haben wir noch nichts Ungewöhnliches gesehen. Aber dafür jede Menge von diesen hier:

Hach.
Donnerstag, 8. März 2012
Rosige Aussichten?
Mensch, was soll'n ich'n mit dem Blog hier machen? Mein liebstes Schreibthema war für so lange Zeit die Sargnägel gewesen. Und jetzt fehlt hier der 'Child Content' gewaltig.
Von meinem Job kann ich hier auch nicht so viel schreiben. Erstens gibt es nichts, aber auch gar nichts, überhaupt nichts NEGATIVES zu berichten, worüber es sich ja viel schöner schreibt, als über das ganze langweilige positive Zeuchs, und dann will ich auch sicher gehen, dass irgendwelche Google-Spionagecookies keine Verbindung zwischen mir, dem Blog und dem Unternehmen herstellen können. Wer weiß, wer weiß.
Aber soviel möchte ich kurz erzählen: Gestern hatte ich einjähriges Jobjubiläum. Ein ganzes Jahr arbeite ich dort jetzt! Das ging viel schneller vorüber als die vier Monate in der Apotheke. Und kein einziges Mal hat in dieser Zeit jemand "PUT IT" zu mir gesagt. Und niemand schreit, tobt oder beleidigt. Und es gibt keinen Kundenkontakt! Und wenn Feierabend ist, dann wird von mir erwartet nach Hause zu gehen, anstatt noch zwei bis zwölf Überstunden ranzukloppen. Unbezahlt. Und alle Vorgesetzten behandeln einen mit dem größten Anstand und Respekt. Und Freitags geht man meistens noch mit den supernetten Kollegen auf ein After-Work-Bier...
Gut, wo war ich? Ach ja, mein Blog. Es gibt keine Aupair-Themen mehr, über die ich schreiben könnte. Über das Thema Arbeit ist schon so gut wie alles gesagt. Womit könnte ich sonst noch so die paar Leute unterhalten, die hier jeden Tag auf den Blog klicken. Ich habe seit längerem mal wieder die Besucher-Reporte angesehen, und mal ausgekundschaftet, womit ich es hier so zu tun habe. Ungefähr zwanzig Leute verirren sich täglich auf diese Seite. Huhu! Einige verdanke ich der Misanthropin (noch ein HUHU in diese Richtung), die mich in ihrer Blogroll verlinkt hat. Dann sind da noch einige treue Seelen, die mich in ihren Favoriten gespeichert haben, und die ganz Planlosen, die mit den wildesten Google-Suchworten irgendwie hier reinstolpern (Spionagecookies lassen grüßen). Wie zur Hölle kommt ein Zusammenhang zustande zwischen meinem Blog und dem Suchbegriff "Hodensack auf Brett nageln"?
Ganz viele Suchbegriffe haben irgendwie mit Aupair zu tun, oder Aupair Tagebuch, oder Aupair in London. Die sind ja dann auch ganz gut versorgt, wenn sie den Blog rückwärts bis April 2009 lesen.
Aber wie soll es in Zukunft weitergehen? Was soll ich nur schreiben? Und da gibt es nur eine Antwort: Das, was ich halt so mache. Ein wenig angeln, ein wenig Musik, ein wenig kochen, und ganz viel England.
Mal wieder ein Danke an alle Mitleser, ob still oder kommentierend. Schön, dass es euch gibt.
Von meinem Job kann ich hier auch nicht so viel schreiben. Erstens gibt es nichts, aber auch gar nichts, überhaupt nichts NEGATIVES zu berichten, worüber es sich ja viel schöner schreibt, als über das ganze langweilige positive Zeuchs, und dann will ich auch sicher gehen, dass irgendwelche Google-Spionagecookies keine Verbindung zwischen mir, dem Blog und dem Unternehmen herstellen können. Wer weiß, wer weiß.
Aber soviel möchte ich kurz erzählen: Gestern hatte ich einjähriges Jobjubiläum. Ein ganzes Jahr arbeite ich dort jetzt! Das ging viel schneller vorüber als die vier Monate in der Apotheke. Und kein einziges Mal hat in dieser Zeit jemand "PUT IT" zu mir gesagt. Und niemand schreit, tobt oder beleidigt. Und es gibt keinen Kundenkontakt! Und wenn Feierabend ist, dann wird von mir erwartet nach Hause zu gehen, anstatt noch zwei bis zwölf Überstunden ranzukloppen. Unbezahlt. Und alle Vorgesetzten behandeln einen mit dem größten Anstand und Respekt. Und Freitags geht man meistens noch mit den supernetten Kollegen auf ein After-Work-Bier...
Gut, wo war ich? Ach ja, mein Blog. Es gibt keine Aupair-Themen mehr, über die ich schreiben könnte. Über das Thema Arbeit ist schon so gut wie alles gesagt. Womit könnte ich sonst noch so die paar Leute unterhalten, die hier jeden Tag auf den Blog klicken. Ich habe seit längerem mal wieder die Besucher-Reporte angesehen, und mal ausgekundschaftet, womit ich es hier so zu tun habe. Ungefähr zwanzig Leute verirren sich täglich auf diese Seite. Huhu! Einige verdanke ich der Misanthropin (noch ein HUHU in diese Richtung), die mich in ihrer Blogroll verlinkt hat. Dann sind da noch einige treue Seelen, die mich in ihren Favoriten gespeichert haben, und die ganz Planlosen, die mit den wildesten Google-Suchworten irgendwie hier reinstolpern (Spionagecookies lassen grüßen). Wie zur Hölle kommt ein Zusammenhang zustande zwischen meinem Blog und dem Suchbegriff "Hodensack auf Brett nageln"?
Ganz viele Suchbegriffe haben irgendwie mit Aupair zu tun, oder Aupair Tagebuch, oder Aupair in London. Die sind ja dann auch ganz gut versorgt, wenn sie den Blog rückwärts bis April 2009 lesen.
Aber wie soll es in Zukunft weitergehen? Was soll ich nur schreiben? Und da gibt es nur eine Antwort: Das, was ich halt so mache. Ein wenig angeln, ein wenig Musik, ein wenig kochen, und ganz viel England.
Mal wieder ein Danke an alle Mitleser, ob still oder kommentierend. Schön, dass es euch gibt.
Dienstag, 28. Februar 2012
Machine Gun Man
Wer in Camden Town von Hunger geplagt wird, der hat ja genug Auswahl. Ein Fressstand reiht sich an den Nächsten. Ein kulinarisches Abenteuer nach dem anderen. Überall werden einem frittierte Hühnerstücke entgegengestreckt, nimm mich, nimm mich, kauf mich, kauf mich, nur fünf Pfund, iss soviel du willst, nur vier Pfund, drei Pfund, Getränk inklusive, iss, friss, sättige dich, stopf dir das Gesicht voll, Nudeln, Reis, Undefinierbareszeugsmitfremdklingendennamen, paniert, frittiert, flambiert, fang doch endlich mal an zu ESSEN!!!!
Reizüberflutet nimmt man schließlich seine Alubox voller Reis mit Scheiß entgegen, unsicher, ob man sich die nächste Nacht mit Lebensmittelvergiftung über den Porzellanmöbeln krümmt, oder ob Undefinierbareszeugsmitfremdklingendennamen von Natur aus so seltsam schmeckt.
Aber trotzdem kann man nur selten den Gerüchen und der Atmosphäre widerstehen. Früher oder später landet fast jeder Camden Town Besucher bei den Fressständen und lässt sich eine Schale gemischtes Allerlei zusammenstellen.
Mich zieht es immer wieder zum Hong Kong Stand, der sich direkt auf der rechten Seite der Chalk Farm Road befindet, sobald man auf dem Weg von der Underground Station den Kanal überquert. Der Reis mit Scheiß ist ganz gut, und außerdem gibt es dort diesen Typen, der seine Gerichte wie ein Maschinengewehr herunterrattern kann.
Reizüberflutet nimmt man schließlich seine Alubox voller Reis mit Scheiß entgegen, unsicher, ob man sich die nächste Nacht mit Lebensmittelvergiftung über den Porzellanmöbeln krümmt, oder ob Undefinierbareszeugsmitfremdklingendennamen von Natur aus so seltsam schmeckt.
Aber trotzdem kann man nur selten den Gerüchen und der Atmosphäre widerstehen. Früher oder später landet fast jeder Camden Town Besucher bei den Fressständen und lässt sich eine Schale gemischtes Allerlei zusammenstellen.
Mich zieht es immer wieder zum Hong Kong Stand, der sich direkt auf der rechten Seite der Chalk Farm Road befindet, sobald man auf dem Weg von der Underground Station den Kanal überquert. Der Reis mit Scheiß ist ganz gut, und außerdem gibt es dort diesen Typen, der seine Gerichte wie ein Maschinengewehr herunterrattern kann.
Mittwoch, 8. Februar 2012
Haggis, Neeps and Tatties
Die spinnen, die Schotten. Das glaube ich zumindestens seit der schottischen Putzkolonneninvasion im August 2010. Und jetzt bekam ich auch noch Gelegenheit dazu, eine ganz besonders abstruse kulinarische Absonderlichkeit kennenzulernen.
Mittlerweile bin ich Allesfresser. Man lebt nur einmal, da sollte man auch alles einmal ausprobiert haben. Jedenfalls bin ich dieser Meinung seit Island, wo in nur einer Woche so ziemlich alles auf den Tisch kam, das dort im hohen Norden so kreucht und fleucht. Hai, Wal, Wels, Rentier, Papageientaucher, Seeteufel... alles durch. Kürzlich gab es Wachteln, und letzte Woche habe ich einen Hasenbraten bekommen. In den letzten 14 oder so Monaten habe ich mehr Sachen probiert, als davor in meinem ganzen Leben.
Aber vor nichts habe ich mich bisher so gegruselt, wie vor Haggis. Natürlich sind es die Schotten, die ein von innen nach außen gestülptes Schaf als ihr Nationalessen ansehen. Kann sowas schmecken? Haggis. HÄGGIS, alleine der Name hört sich schon an wie erbrochen.
Ich musste es herausfinden. Der Entschluss kam, als mir dieses Teil hier in die Hände fiel:

Dies ist Anfängerhaggis. Normalerweise werden Schafsherz, -leber und – lunge in einen Schafsmagen gepresst. Hier haben wir aber stattdessen das ganze Zeug in einer schicken Plastikhülle.
Kartoffelpüree isst man dazu, sagen meine schottischen Arbeitskollegen. Tatties.
Und Steckrübenpüree. Neeps.
Gesagt, gekocht:

Die Pellenfüllung sprang mir fast entgegen, als ich das Plastik aufschnitt. Eine braune Masse, mit gelben Kügelchen. Irgendwie sah das Ganze ziemlich halbverdaut aus. Und roch ein wenig nach Schaf und Leberwurst.
Es kostete Überwindung, die erste Gabel zum Mund zu führen, aber dann war es geschafft. Und so ganz übel war es nicht einmal. Es schmeckte wie es roch. Ein wenig nach Schaf und Leberwurst. Und wenn ich im Moment des Kauens nicht an Kadaver dachte, und daran, was diese gelben Kügelchen jetzt eigentlich genau waren, dann war es sogar teilweise echt ganz gut. Aber ein Lieblingsgericht wird es niemals werden. Die spinnen doch echt, die Schotten.
Mittlerweile bin ich Allesfresser. Man lebt nur einmal, da sollte man auch alles einmal ausprobiert haben. Jedenfalls bin ich dieser Meinung seit Island, wo in nur einer Woche so ziemlich alles auf den Tisch kam, das dort im hohen Norden so kreucht und fleucht. Hai, Wal, Wels, Rentier, Papageientaucher, Seeteufel... alles durch. Kürzlich gab es Wachteln, und letzte Woche habe ich einen Hasenbraten bekommen. In den letzten 14 oder so Monaten habe ich mehr Sachen probiert, als davor in meinem ganzen Leben.
Aber vor nichts habe ich mich bisher so gegruselt, wie vor Haggis. Natürlich sind es die Schotten, die ein von innen nach außen gestülptes Schaf als ihr Nationalessen ansehen. Kann sowas schmecken? Haggis. HÄGGIS, alleine der Name hört sich schon an wie erbrochen.
Ich musste es herausfinden. Der Entschluss kam, als mir dieses Teil hier in die Hände fiel:

Dies ist Anfängerhaggis. Normalerweise werden Schafsherz, -leber und – lunge in einen Schafsmagen gepresst. Hier haben wir aber stattdessen das ganze Zeug in einer schicken Plastikhülle.
Kartoffelpüree isst man dazu, sagen meine schottischen Arbeitskollegen. Tatties.
Und Steckrübenpüree. Neeps.
Gesagt, gekocht:

Die Pellenfüllung sprang mir fast entgegen, als ich das Plastik aufschnitt. Eine braune Masse, mit gelben Kügelchen. Irgendwie sah das Ganze ziemlich halbverdaut aus. Und roch ein wenig nach Schaf und Leberwurst.
Es kostete Überwindung, die erste Gabel zum Mund zu führen, aber dann war es geschafft. Und so ganz übel war es nicht einmal. Es schmeckte wie es roch. Ein wenig nach Schaf und Leberwurst. Und wenn ich im Moment des Kauens nicht an Kadaver dachte, und daran, was diese gelben Kügelchen jetzt eigentlich genau waren, dann war es sogar teilweise echt ganz gut. Aber ein Lieblingsgericht wird es niemals werden. Die spinnen doch echt, die Schotten.
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